Der kleine Steingnom

Nur ein dünner Schleier trennt Menschenwelt und Feenreich, doch an manchen Plätzen öffnen sich die Tore der schon fast vergessenen Welt wie von selbst....
So machte auch ein kleiner Steingnom auf sich aufmerksam. Bei einem meiner Spaziergänge lag er auf einem Schotterweg umgeben von unzähligen Steinen. Ich war schon einen Schritt weiter, als ich mich umdrehen musste, weil ich etwas auf dem Boden wahrnahm. Ich hob den kleinen Stein auf und entdeckte wirklich ein kleines, knubbeliges Gesichtchen mit dicken Bäckchen und freundlichem Blick.
Oh, ich war entzückt und fragte, ob ich ihn mitnehmen dürfe. Ich versprach ihm auch, ihn wieder an seinen Ort zurückzubringen, wenn es ihm bei mir nicht gefällt. Ich fühlte sein Einverständnis.PIC_2832 Nach ein paar Tagen war ich an der selben Stelle unterwegs, es erregte wieder etwas meine Aufmerksamkeit. Ich hob erneut einen kleinen Stein auf, dieses mal war es ein sehr feingeschnittenes, ja eher weibliches Gesichtchen, nur fehlte der untere Teil des Kinns. Sorge machte sich in mir breit. "Oh, was ist denn mit Dir passiert?" fragte ich.
Es wurde mir erklärt: " Es ist uns möglich, dass wir uns zum Teil manifestieren können, indem sich eine Zone unserer Gestalt abzeichnet, sei es auf Steinen, Bäumen und in Pflanzen, dort eben wo wir uns wohlfühlen. Ebenfalls sind wir auch nicht an das Fundstück gebunden, an dem man uns wahrnehmen kann. Wir bleiben dort wo wir hingehören. Nur ist es nicht ausszuschliessen, dass wir unsere manifestierte Persönlichkeit ab und zu mal besuchen und so einen leichteren Zugang zu den Menschen bekommen ." Ich war beruhigt, dankbar und sehr glücklich über dieses besondere Geschenk.
Am Ende dieses Weges wartete erneut jemand darauf entdeckt zu werden, nur ist dies eine andere Geschichte....

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